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Juli 3, 2010 4:00 nachm. CEST
Cape Town Stadium, Cape Town
Schiedsrichter: Ravshan Irmatow (Usbekistan)
Deutschland
Deutschland
Argentinien
Argentinien
Spielbericht WM 2010 Viertelfinale: Argentinien – Deutschland
Deutschland steht vier Jahre nach dem Sommermärchen im eigenen Land erneut im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft! Gegen die Albiceleste aus Argentinien sorgten die Gipfelstürmer der jungen deutschen Mannschaft für einen glanzvollen Abend. Diego Maradona muss tief traurig die Heimreise antreten.
Von Christoph VOGEL
Kapstadt. Was für ein Spiel! Deutschland steht nach einem glanzvollen 4:0-(1:0-)Sieg über Argentinien im Halbfinale der Fußball-WM! Einen Tag nach Brasilien streicht nun also die zweite Mannschaft Südamerikas die Segel. Nach dem Sieg über England lieferte die DFB-Elf eine weitere starke Leistung ab und gaben Argentinien heute eine Lehrstunde.
PERSONAL & TAKTIK
Diego Maradona veränderte seine Mannschaft gegenüber dem Sieg über Mexiko nur auf einer Position: Nicolas Burdisso durfte für Walter Samuel in der Innenverteidigung ran, ansonsten blieb die Truppe unverändert. So agierte Superstar Lionel Messi, um den es unter der Woche noch Spekulationen über seinen Einsatz gab, hinter den beiden Spitzen Gonzalo Higuain und Carlos Tevez. Auch Joachim Löw konnte wieder seine Elf aus dem 4:1 gegen England nominieren, auch Lukas Podolski wurde rechtzeitig fit. Ersatzmann Cacau jedoch blieb verletzungsbedingt auf der Bank.
Kaum hatte das Spiel begonnen, da zappelte der Ball urplötzlich im Netz: Bastian Schweinsteiger brachte einen Freistoß von links in den Strafraum und Thomas Müller war schneller als Nicolas Otamendi am Ball und köpfte das Leder nach gerade einmal 200 Sekunden zur deutschen Führung ins Tor (3.). Und dessen nicht genug, schien der Gegentreffer viel Chaos und Unruhe in der argentinischen Hintermannschaft ausgelöst zu haben, immerhin war es der erste Rückstand der Albiceleste bei dieser WM. Nach einer Viertelstunde ging die Führung der engagierten Deutschen völlig verdient.
Argentinien bemühte sich ins Spiel zu finden, doch immer wieder blieben sie an der vielbeinigen deutschen Abwehr hängen, die daraufhin schnell umschaltete, aber ein paar vielversprechende Konter zu ungenau spielte. Erstmals musste Manuel Neuer eingreifen, als Messi schön in die Gasse spielte, der Schalker aber vor Carlos Tevez am Ball war (23.). Auf der Gegenseite wurde es brandgefährlich: Eine verunglückte Abwehraktion nutzte Thomas Müller und drängte in den Strafraum. Dort legte er quer zu Miroslav Klose, der aber fast typisch für die vergangene Saison aus bester Position über das Tor schoss (24.).
Nach einer halben Stunde hatte sich das Spiel etwas beruhigt, doch weiterhin blieb Argentinien ohne eine echte Torchance. Selbst aus ruhender Position gingen die Bälle wie bei einem Freistoß von Messi nicht aufs Tor (32.). Auch ein Schuss von Angel Di Maria, der von Jerome Boateng nicht richtig angegriffen wurde, ging direkt in die Arme von Neuer (33.). „Knipser“ Higuain hatte bis dato auch noch nicht stattgefunden, doch seine Gefahr blitzte auf, als der Madrilene Boateng und Friedrich alt aussehen ließ und gefährlich aufs Tor zog (35.).
Sie näherten sich also an und der Ball ging dann auch sogar ins deutsche Tor, aber da standen gleich vier Spieler der Argentinier im Abseits (37.). Die Deutschen spielten sich in Ruhe und relativ sicher den Ball zu, ließen aber etwas den Zug zum Tor vermissen, sodass es Lukas Podolski mit einem Schuss aus der Ferne probieren musste, der sogar noch recht gefährlich wurde (39.). Zwar dominierte Argentinien nun optisch das Geschehen, aber immer wieder rissen die Männer von Jogi Löw Lücken auf, die sie aber nicht zu nutzen wussten. Doch als Lahm den zu langsamen Heinze einfach überrannte und Müller bediente, wurde es direkt wieder gefährlich, doch es sprang nach dessen Schuss mit der Picke „nur“ ein Eckball heraus. So ging es mit der 1:0-Führung für Deutschland in die Kabinen.

SPIELVERLAUF 2. HÄLFTE
Unverändert gingen beide Mannschaften den zweiten Durchgang an. Angel Di Maria sorgte mit einem Schuss knapp neben das Gehäuse von Manuel Neuer gleich für das erste Ausrufezeichen (48.). Die Albiceleste wirkte engagierter und vom Kopf her präsenter, als noch im ersten Abschnitt, doch dabei zeigten sie teilweise auch die volle Härte des Fußballs. Deutschland hingegen wirkte nicht unbedingt lässig, aber doch etwas unkonzentrierter in den Zuspielen als noch in Halbzeit Eins.
Argentinien wurde von Minute zu Minute stärker und die DFB-Elf kam nur noch selten aus der eigenen Hälfte – das Spiel wurde offener! Deutschland gab einige Bälle zu leicht her, aber die Südamerikaner ließen noch die ganz großen Chancen vermissen. Higuain kam nach Zuspiel von Messi zwar zum Abschluss, aber diesen flachen Ball hatte Neuer im Nachfassen (63.). Die Ballverluste machten Argentinien stärker und sie gerieten zusehends in Bedrängnis. Auch Di Maria schoss nur in die Arme des Gelsenkircheners (65.).
Der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit, da schlug Deutschland zu: Im Fallen spielte Müller auf der linken Seite Podolski frei, der auf einmal sehr viel Platz im Strafraum hatte. Der Kölner behielt das Auge und die Ruhe, um den mitgelaufenen Klose quer anzuspielen und der Nationalstürmer hatte dann keien Mühe mehr, um das 2:0 zu erzielen (68.). Löw wechselte zum ersten mal aus und brachte Marcell Jansen für den leicht angeschlagenen Boateng (73.). Manch einer rieb sich verwundert die Augen, doch es wurde für die deutschen Fansd noch besser: Von der linken Seite nahm sich Schweinsteiger ein Herz und ließ Di Maria, Pastore, Burdisso und Higuain alt aussehen, passte zurück zu Arne Friedrich, der das Leder aus wenigen Metern über die Linie drückte (74.).
Die Konsternation konnte man in den Gesichtern der Albiceleste erkennen, die nur noch eine Viertelstunde für drei Treffer hatten, um sich wenigstens in die Verlängerung zu retten. Ein Verzweiflungsschuss von Carlos Tevez aus 25 Metern in die Wolken war da Ausdruck des Zustandes (77.). Deutschland hatte nun Platz zum Kontern und vor allem Miroslav Klose hatte deutlich Auftrieb bekommen und rannte, was das Zeug hielt. Auch der eingewechselte Toni Kroos half in den letzten Minuten ohne Nervosität dafür, dass nicht einmal die weiße Weste in Gefahr geriet.
Aber das 3:0 war noch nicht das Ende, es wurde zu einer Demütigung für Argentinien: Konter der Deutschen und Özil flankt von links haargenau zu Klose, der das Leder direkt nimmt und zum 4:0 verwandelt (89.). Nach dem Abpfiff versank die Albiceleste in ein Meer aus Tränen, während die Deutschen jubeln durften.
SCHLÜSSELSPIELER
Wieder einmal war es der erst 20-jährige Thomas Müller, der den arrivierten Stars die Show stahl und im Zusammenspiel mit den anderen Youngstern der DFB-Elf für den hohen Sieg sorgte. Die Abwehr um Arne Friedrich und Per Mertesacker ließ gegen Messi und Co fast nichts zu, während vorne Miroslav Klose seine Qualitäten bewies. Von der Albiceleste konnten lediglich Torwart Sergio Romero und Javier Mascherano überzeugen.
SCHLÜSSELSZENE
Argentinien war drauf und dran, nach dem Seitenwechsel den Ausgleich zu erzielen, da war es Miroslav Klose, der seinen Fehlschuss aus Halbzeit Eins wieder gutmachte und die Zeichen auf Sieg stellte.
Turkish Airlines präsentiert den TOPSPIELER DES SPIELS: Bastian Schweinsteiger
Der Münchener ist in der Form seines Lebens und wer es bisher als lächerlich ansah, dass angeblich Real Madrid am 25-jährigen interessiert sei, der wird nun um Entschuldigung bitten müssen. Messi, Higuain, Tevez usw. sahen keinen Stich gegen Schweinsteiger, der auch in der Offensive zur Geltung kam und das 3:0 fantastisch einleitete.
SCHIEDSRICHTER: Ravshan Irmatov (Usbekistan) – Note: 6
Bei seinem vierten Einsatz bei dieser WM hatte der Usbeke von Beginn an recht viel zu tun, da Argentinien körperlich direkt zur Sache ging. Zeigte Müller für ein Handspiel die gelbe Karte, nachdem er zuvor eines der Albiceleste hatte durchgehen lassen. Zeigte in einigen Situationen unverständlicherweise Gelb, während er in anderen Szenen den Karton stecken ließ, obwohl er zwingend gewesen wäre.
Anmerkung: Die Notenskala reicht wie bei der Spielnote von 1 (Arbeitsverweigerung) bis 10 (Weltklasse).
STATISTIK
Was spielt dieser Miroslav Klose nur für eine WM! Nach einer katastrophalen Saison, in der er mit Platz 1230 in den Castrol Rankings bei den Bayern einer der schwächsten war, erzielte er nun gegen Argentinien seinen 14. WM-Treffer und liegt damit nur noch einen hinter Gerd Müller. Und so wie er heute spielte, ist der nur eine Frage der Zeit.
SPIELNOTE: 9
Man dachte schon, das 4:1 gegen England wäre ein historischer Moment gewesen, aber der Sieg über Argentinien dürfte ebenso in die Geschichtsbücher eingehen.
FAZIT
Der Sieg fiel für Deutschland am Ende vielleicht um ein Tor zu hoch aus, aber der Erfolg an sich war völlig verdient. Argentinien hatte quasi keine echte Torchance und sah sich in der Defensive den Gipfelstürmern der Deutschen ausgesetzt. Deutschland steht zurecht im Halbfinale. Wer das Gegenteil behauptet, ist selber schuld.
Eure Meinung: Hat euch die deutsche Mannschaft heute überrascht? Woran hat es heute gelegen, dass Argentinien quasi unterging?
Ersatzbank & Wechsel
Ersatzbank & Wechsel
Tor
Eigentor
Elfmeter
Elfmeter verschossen
Gelbe Karte
Vorlage
Elfmeter gehalten
Tor Elfmeterschießen
Fehlversuch Elfmeterschießen
Gelb-Rote Karte
Rote Karte
Einwechslung
Auswechslung
Verletzung
Goal.com Note
Man of the Match der Redaktion
Flop of the Match der Redaktion
Top & Flop Rang
Man of the Match der User
Flop of the Match der User
| Spieler | Tore | Elfmeter | |
|---|---|---|---|
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Diego Forlan Corazo Angriff Internacional |
5 | 1 |
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David Villa Angriff Barcelona |
5 | 0 |
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Wesley Sneijder Mittelfeld Galatasaray |
5 | 0 |
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Thomas Müller Angriff Bayern |
5 | 0 |
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Robert Vittek Angriff İstanbul BB |
4 | 1 |


