TV-Moderator Rainer Maria Salzgeber exklusiv im Interview: „WM-Euphorie noch nicht spürbar“

Für seine Moderationen anlässlich der EURO 2008 erhielt er den Schweizer TV-Preis in der Kategorie „Star National“. Zudem wurde er zum Ende des Jahres 2008 zum Schweizer „Sportjournalisten des Jahres“ ausgezeichnet. Der Mann hat viel zu erzählen!

Rainer Maria Salzgeber (SF)
Ein Interview von Stefan BOKOR

Zürich.
Ein Gespräch mit Rainer Maria Salzgeber, Sportjournalist und Fußballmoderator des Schweizer Fernsehens, ist durchaus kurzweilig. Goal.com hat die Gunst der Stunde genutzt und plauderte mit dem TV-Journalisten über die WM 2010,  die Vorbereitungen in Afrika und die Erwartungen an die Weltmeisterschaft auf dem „Schwarzen Kontinent“.

Die Weltmeisterschaft steht vor der Tür. Mit welcher Anspannung erwartest Du und das Schweizer Fernsehen die WM? Spürt man schon die Euphorie? Sind die Vorbereitungen bereits im Gange?

Rainer Maria Salzgeber: Man spürt die Euphorie noch nicht richtig. Aber das kommt noch rechtzeitig vor der WM. Die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren, jedoch ist es momentan eine intensive Zeit für uns, da die Olympischen Spiele kommen. Daily Business also, Einladungen für die Studiogäste, Einteilungen der Moderation und vieles mehr. Also momentan kann man wirklich von einer stressigen Zeit sprechen. Natürlich überwiegt aber die Vorfreude auf die WM.

Gibt es Unterschiede zwischen der EM 2008 im eigenen Land und der WM 2010 in Südafrika?

Salzgeber: Natürlich. Die EM 2008 war das Highlight der Fußballgeschichte in der Schweiz und natürlich auch für uns als Schweizer Fernsehen. Das TV Programm war immer speziell auf die EM ausgerichtet, die Euphorie und die Emotionen erreichten auch uns, da alles im eigenen Land stattgefunden hat. Die Vorbereitungen starteten früher als jetzt für die WM und das alles auf eine professionellen Art. Die Präsenz war größer als es jetzt in Südafrika sein wird. Südafrika ist vielleicht noch nicht am ,,brennen‘‘, aber das kommt mit der Zeit, und ich bin mir sicher, dass es eine super Weltmeisterschaft für uns alle wird.

Welche Erwartungen und Ziele hast Du Dir für die Weltmeisterschaft und für die Schweizer Nationalmannschaft gesetzt?

Salzgeber:
Es ist natürlich viel angenehmer, wenn das eigene Land Teil einer WM ist. Man muss distanziert, aber auch nahe am Geschehen dabei sein. Wir werden alles über die Schweizer Nationalmannschaft dokumentieren - ihre Trainingseinheiten, Neuigkeiten, Matches. Und wir werden natürlich hier und da mal ein Interview mit den Spielern und Trainern führen. Die Arbeit wird noch im Team verteilt, wer was macht. Aber jede Aufgabe gilt es ernstzunehmen. Die Erwartungen vom TV-Publikum sind hoch, aber wir werden diese sicherlich erfüllen. Wir werden natürlich auch über die anderen Mannschaften und Superstars berichten. Die WM soll Spaß machen und Erfolg bringen.

Die Mehrheit der Schweizer redet von einem Glückslos, andere sind vorsichtig mit ihrer Aussage. Wie siehst Du die ganze Situation und die Chancen für die Schweiz?

Salzgeber: Wir haben mit Spanien das Top-Team in der Gruppe, mit Chile eine Mannschaft, die knapp vor uns liegt. Honduras ist unbekannt, aber nicht zu unterschätzen. Von einem Glückslos kann man nicht reden, das wäre respektlos, aber es hätte schlimmer kommen können. Es ist definitiv eine machbare Gruppe für die Schweiz und ich zweifle nicht an ein Weiterkommen.

In letzter Zeit wird immer mehr über die Sicherheit in Südafrika gesprochen. Wie siehst Du die Lage als Moderator und Journalist?

Salzgeber: Ich werde nicht nach Südafrika gehen, da ich das Sportstudio hier in Zürich leiten werde. Was in Angola passiert ist, wird sich nicht wiederholen. Stellt euch vor, in Norwegen ist die EM und irgendwo in Spanien ist ein Terroranschlag. Und jetzt? Es ist passiert, deshalb kann man ja nicht eine ganze EM absagen oder boykottieren. Es wird zu viel spekuliert meiner Meinung nach. Man muss Respekt vor jedem Land haben, egal ob das Südafrika, USA oder China sei. In jedem Land hast du Regeln, die du befolgen musst. Und wenn du diese nicht befolgst, dann bist du selber schuld. Die WM wird gut verlaufen und ich zweifle nicht an der Sicherheitskraft in Afrika. Unser Team wird sicherlich gesund zurück in die Schweiz kommen.

Südafrika und die Schweiz, wie auch ganz Europa, haben fast keine bis gar keine Zeitunterschiede. Was kann man von der Fernsehquote erwarten?

Salzgeber: Ein Montagnachmittag um 13.30 Uhr wird sicher nicht so präsent sein wie ein Abend um 20.30 Uhr. Es wird Leute geben, die frei machen werden für ihre Mannschaft. Es gibt Leute, die extra nur für die WM frei machen. Für uns ist primär wichtig, dass alles über die Schweizer Nationalmannschaft übertragen wird und dort wird es sicher viele Leute geben, die mitfiebern werden vor dem TV. Halbfinale wie auch Finale sind immer sehr attraktiv und die Zuschauerquote wird  sicherlich höher sein, als bei den vorherigen Matches. Nach der Vorrunde werden die Spiele ja vor allem am Abend ausgetragen. Wegen der Fernsehquote mache ich mir da keine Sorgen.

Im zweiten Teil unseres Exklusiv-Interviews mit Rainer Maria Salzgeber verrät uns der TV-Journalist, wer für ihn die Favoriten auf den WM-Titel sind, was Ottmar Hitzfeld ausmacht und wie es ist, mit Messi, Cristiano Ronaldo oder Zinedine Zidane zu plaudern.


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