|
|
„The German Messi“: Kann Marin bei Chelsea die Erwartungen erfüllen?
Marin wagt mit dem Wechsel zu Chelsea einen großen Schritt. Während die englische Presse begeistert ist, herrscht hierzulande Skepsis, ob er bei den Londonern Fuß fassen kann.
Bremen/London. Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Am vergangenen Samstag verkündete Klaus Allofs vor laufenden Kameras, dass Marko Marin, der bei Werder Bremen zumeist hinter den Erwartungen zurückblieb, zum FC Chelsea wechselt. Knapp zehn Millionen überweisen die Londoner an die Weser, der 23-Jährige unterschrieb bei seinem zukünftigen Verein einen Vertrag über fünf Jahre.
Überraschende Euphorie
Die englische Presse reagierte überraschend euphorisch. „The German Messi“ titelte etwa die Tageszeitung The Independent, der in Marin das deutsche Pendant zum argentinischen Weltfußballer sieht. Die Erwartungen an den Neueinkauf sind offenbar riesig. Ohnehin schien das Standing Marins auf der Insel schon vor Bekanntwerden des Wechsels zu Chelsea höher zu sein als es hierzulande der Fall war, was nicht zuletzt auch seinem starken Auftritt in der Champions League gegen Tottenham Hotspur in der Saison 2010/11 geschuldet sein dürfte.

Teuerster Einkauf der Vereinsgeschichte
Bis zuletzt waren es auch die Spurs, die mit Marin in Verbindung gebracht worden, nun aber bekam die Londoner Konkurrenz den Zuschlag. Dass der im ehemaligen Jugoslawien geborene Akteur nun zu einem finanzstarken Champions-League-Finalisten wechselt, damit war nicht wirklich zu rechnen. Schließlich war Marin für Bremen nie die Verstärkung, die man sich erhoffte hatte, als Werder im Sommer 2009 8,5 Millionen Euro für ihn bezahlte - der wuselige Dribbler ist somit der teuerste Einkauf der Vereinsgeschichte.
Starke Debüt-Saison
Marin schien den Erwartungen gerecht zu werden. Schon vor dem Wechsel zu Werder berief Bundestrainer Joachim Löw ihn zu einem Länderspiel, wohlgemerkt in einer Zeit, als er mit Borussia Mönchengladbach in der zweiten Liga kickte. In seiner Debüt-Saison für Bremen überzeugte der damals 20-Jährige und machte mit starken Auftritten Lust auf mehr. Der SVW hatte vor der Spielzeit Diego abgegeben, Marin lief in der Regel als hängende Spitze hinter Claudio Pizarro auf. Am Ende standen 25 Scorerpunkte in 50 Pflichtspielen.

Abstiegskampf mit Bremen
Nach der Saison verkaufte Werder Mesut Özil an Real Madrid - in der Hoffnung, Marin und Aaron Hunt könnten die hinterlassene Lücke gemeinsam schließen. Beide konnten diese Vorgabe nicht annährend erfüllen, Bremen kämpfte gegen den Abstieg und Marin sah sich phasenweise mit Reservistenrolle konfrontiert, auch wenn er gegen Saisonende wieder gute Auftritte zeigen konnte und sich so seinen Stammplatz zurückerkämpfte.
Erneute Enttäuschungen
In der laufenden Spielzeit schließlich waren vor allem in der Hinrunde durchaus einige starke Spiele dabei, nach der Winterpause enttäuschte Marin wie das gesamte Werder-Team aber zumeist. Hinzu kam das Verletzungspech, auf Leistenprobleme zu Rückrundenbeginn folgten im März eine Oberschenkelverletzung sowie zuletzt eine Muskelzerrung - so musste Marin immer wieder in einigen Spielen aussetzen.

Marins Systemprobleme
Unter dem Strich steht ein weitgehend enttäuschendes Engagement in Bremen, wobei man Marin zugutehalten muss, dass er nur höchstselten auf seiner Lieblingsposition spielen durfte, Trainer Thomas Schaaf vertraut zumeist auf die Mittelfeld-Raute, die keinen Platz für echte Flügelspieler lässt. „Jeder weiß doch, dass ich ein Außenstürmer war, als ich zu Werder kam. Aber dieses System spielen wir hier im Moment nicht“, hatte Marin laut Syker Kreiszeitung einmal gesagt, „meine besten Spiele habe ich auf einer anderen Position gemacht“.
Fehlt Marin die körperliche Robustheit?
Chelsea hingegen agiert derzeit häufig im 4-2-3-1, in dem Marin sich auf außen beweisen könnte. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten. In Deutschland jedenfalls ist die Skepsis groß, auf Twitter & Co. stößt der Transfer weitgehend auf Unverständnis. Nicht nur die nötige Qualität spricht man ihm ab, auch die robuste Spielweise in der Premier League wird für das als Schwalbenkönig verschriene Leichtgewicht als Problem angesehen. Nun ist es an Marin, die Kritiker Lügen zu strafen.
Eure Meinung: Kann sich Marin bei Chelsea durchsetzen?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf
!
| Melde Dich jetzt bei Tipico an und kassier 100€ Bonus |
|
| Melde Dich jetzt bei MyBet an und kassier €100 Bonus |
|
| 100% Neukundenbonus - bis zu 100 € |
|
Ähnliche Artikel
-
Aubameyang zu Schalke? - Aktuelle Gerüchte
Die Gerüchteküche brodelt: Wer steht wo hoch im Kurs, wer will wechseln? Wir verraten es Euch auf einen Blick in unseren Transfergerüchten!
-
Werder: Im Schatten von Thomas Schaaf
Sportlich war das letzte Saisonspiel für Werder Bremen bedeutungslos. Doch in puncto Symbolik sorgten die Bremer Fans für eine ganz besondere Atmosphäre.
-
Die Fortuna muss runter: "Einfach leer im Kopf"
Fußball kann so grausam sein: Düsseldorf steht als direkter Absteiger fest – die Enttäuschung ist riesig. Vor allem nach dem Schlusspfiff wurde es in Hannover dramatisch.
-
Stanislawski verlässt den 1. FC Köln!
Der Trainer begründet seinen Rücktritt mit dem verpassten Wiederaufstieg. Kölner Medien berichten auch über finanzielle Differenzen zwischen Stanislawski und dem Zweitligisten.
-
Cartoon: Fergie, Scholes & Co beim letzten Auftritt
Mit einem Augenzwinkern blickt unser Karikaturist Omar Momani Tag für Tag auf die Geschehnisse rund um den Fußball.
|
|
