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Karl-Heinz Rummenigge: „Real Madrid break even, Barcelona break even, Chelsea derzeit nicht“
Für den Bayern-Boss wäre der CL-Sieg zu Hause der größte Erfolg der Vereinsgeschichte. Außerdem verrät er, dass Chelsea derzeit nicht die Financial Fair Play-Kriterien erfüllt.
München. Karl-Heinz Rummenigge warnt seine Spieler vor dem Final-Gegner FC Chelsea und erkennt bei den Engländern Parallelen zur Bayern-Mannschaft von 75/76. Außerdem hätte er nichts gegen ein Herzschlagfinale einzuwenden, wenn es am Ende ganz nach Gary Lineker läuft.Millionen von Anfragen
Wenn am 19. Mai das Finale der Champions League in München steigt, kann der FC Bayern etwas historisch einmaliges schaffen. Seit der Umwandlung des Landesmeister-Cups hat kein Verein je ein Finale im eigenen Stadion erreichen können. Real Madrid ließ sich diesen Traum 2009 rund 250 Millionen Euro kosten - und ist bis heute maximal bis ins Halbfinale gekommen.
Wie Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit der Abendzeitung verrät, war der Ansturm auf die Endspiel-Tickets so gewaltig, wie nie zuvor: „Das schlägt alles, was wir bislang hier zu bewältigen hatten. Es waren 1,2 Millionen Anfragen, dann wurde zugemacht – es wären zwei Millionen geworden. Was daran liegt, dass wir das Finale dahoam haben. Wir sind Gastgeber und auch Teilnehmer.“
Hollywood-Drama von Madrid
Das Halbfinale gegen Real Madrid setzt den Bayern-Boss noch immer unter Strom. Der Traum vom Finale hing am seidenen Faden. Rummenigge: „wir haben das Finale immer im Hinterkopf gehabt. Aber planbar ist das nicht! Die Champions League hat eine unglaubliche Qualität, die Unterschiede auf diesem Niveau sind minimal – da muss alles auf den Punkt passen."
„Als wir drei – der Uli Hoeneß, Karl Hopfner und ich – in Madrid im Auto zum Hotel gefahren sind, habe ich zu den beiden gesagt: Wenn man einen Film drehen würde, dann wäre dies das perfekte Drehbuch. Das ist reif für Hollywood. Kein Regisseur hätte sich das besser einfallen lassen können: Man spielt eine perfekte internationale Saison, man hat das Finale im eigenen Stadion – und jetzt hoffe ich, dass es zu einem Happy End kommt",schwärmt der Bayern-Vorstand weiter.

Ein Finale ganz nach Gary Lineker
Im großen Endspiel gegen den FC Chelsea hätte Rummenigge nichts gegen einen weiteren Psychothriller, wenn sich am Ende die Mutter aller Fußballweisheiten erneut bewahrheiten sollte: „Ich bin immer für ein Herzschlagfinale – und ganz nah bei Gary Lineker...", so Rummenigge im AZ-Interview. Dieser hatte 1990 einen Satz für die Ewigkeit formuliert: „Fußball ist ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.”
Chelsea ist wie Bayern 1975
Vor dem Gegner warnt Rummenigge seine Spieler und will von der Favoritenrolle eigentlich nichts wissen. Denn er weiß aus eigener Erfahrung, dass nationale Liga und Champions League rein gar nichts miteinander zu tun haben. Der AZ erklärt er: „Wir werden jetzt in die Favoritenrolle gedrängt, aber dieses Chelsea erinnert mich ungemein an den FC Bayern der Saison 1975 und 1976. Da haben wir in der Liga einen schönen Mist gespielt, aber diese Mannschaft – da waren auch die meisten schon über ihren Zenit – konnte sich dann in den Spielen gegen Real Madrid oder in den Finalspielen gegen Leeds oder St. Etienne unglaublich zusammenreißen."
Das Financial Fair Play
Finanziell ist der FC Chelsea seit Jahren ein Fall für sich. Mit Roman Abramovich verfügen die Londoner über einen der reichsten Gönner der Welt. Rund eine Milliarde Euro investierte der Russe seit 2003 in seinen Traum vom Champions League-Sieg. Rummenigge mag den Oligarchen: „Er ist absolut sympathisch – und kein Mensch der großspurig oder arrogant auftritt. Er ist eher zurückhaltend."
Doch trotz der unendlichen Investitionen stehen die Blues finanziell nicht gut da: „Es ist kein Geheimnis, dass 60 Prozent der Profiklubs in Europa rote Zahlen schreiben. Was ich allerdings weiß, ist, dass Chelsea die Kritierien des Financial Fairplay derzeit nicht erfüllen würde." UEFA-Präsident Platini will in Zukunft keine Rücksicht auf Namen nehmen, wenn es um Konsequenzen geht, versicherte der Bayern-Boss.
Real und Barcelona im Soll
Die beiden spanischen Giganten hingegen schaffen es endlich, ohne Verluste zu wirtschaften. Die Bilanz muss in der Phase bis 2014 break even sein. Rummenigge: „Real - break even, Barcelona – break even." Chelsea hingegen wolle er nicht an den Pranger stellen. Trotzdem wäre ein Sieg gegen diese finanzielle Übermacht etwas ganz besonderes für den Rekordmeister: „Das wäre historisch betrachtet der größte Triumph der Vereinsgeschichte – auch, weil wir zu Hause spielen."
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