Luka Modric könnte Real Madrids einzige Neuverpflichtung des Sommers werden. Im Gegensatz zu vergangenen Jahren setzt man unter Mou mit einer eingeschworenen Elf auf Konstanz.
Madrid. Am Montag begrüßte Jose Mourinho seine Profis von Real Madrid zum Trainingsbeginn im Leistungszentrum Valdebebas. Es ist die dritte Saisonvorbereitung, die der Portugiese einleitet – und womöglich die ruhigste. Wenn die zahlreichen EM-Urlauber Ende Juli zum Team stoßen, verfügt Mourinho im Vergleich zum Vorjahr über einen weitestgehend unveränderten Kader. Es mag etwas überraschen, aber es gehört zur Handschrift des Portugiesen, der die Zügel in Madrid wohl fester in der Hand hält als je zuvor in seiner Amtszeit.Auch wenn Real momentan in der Causa Modric mal wieder mit astronomischen Summen hantiert, der kleine Kroate könnte die einzige Neuverpflichtung des Sommers bleiben. Lediglich zwei Transfers hatten Mourinho und Klub-Präsident Perez angekündigt. Dass Eden Hazard sich für Chelsea entschied und der Brasilianer Lucas Moura lieber in der Heimat bleibt, versetzt die Verantwortlichen jedoch auch nicht in blinden Aktionismus früherer Tage. Stattdessen wird ausgemistet: Hamit Altintop ist schon weg, Fernando Gago, Ricardo Carvalho und der verliehene Royston Drenthe dürfen gehen.
Diesen Sommer könnte die Devise des Portugiesen, Transfergeschichten in Zukunft ökonomisch besonnener anzugehen, weiter umgesetzt werden. Schon in den letzten Jahren hat sich Real für die eigenen Verhältnisse zunehmend zurückgehalten: Coentrao und Di Maria waren zwar noch Großinvestitionen. Aber mit Khedira, Özil, Varane, Sahin und Callejon kamen Spieler für vergleichsweise gemäßigte Summen – hält man sich die galaktischen Ausgabenwut aus den frühen oder späten 2000er Jahren vor Augen. Ein weiterer Grund für die sparsamere Haltung dürfte zudem die Wirtschaftskrise sein, die Spanien gerade mit voller Wucht erfasst.
| REAL: DIE FÜNF TEUERSTEN NEUZUGÄNGE | |||
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| Spieler C.Ronaldo Zidane Kaka Figo Ronaldo |
Jahr 2009 2001 2009 2000 2002 |
Klub ManUnited Juventus Turin AC Milan FC Barcelona Inter Mailand |
Ablöse 94 Mio € 74 Mio € 65 Mio € 60 Mio € 45 Mio € |
In Valdebebas heißt es nun Kontinuität statt Kaufrausch: Mit Di Maria oder auch Mourinho selbst wurden die Verträge bereits verlängert. Arbeloa, Albiol, Granero, Ronaldo, Özil und Higuain sollen bald folgen. Denn im Grunde hat Madrid eine Startelf, die letztes Jahr nicht nur die Vorherrschaft Barca beendete und den Katalanen den Titel entriss, sondern von der Struktur her auch komplett ist. Kommt Modric, wäre er die einzige potenzielle Veränderung in Reals Startelf. Weitere Neueinkäufe könnten das durch den Erfolg eingeschworene Mannschaftsgefüge wohl eher destabilisieren.
Dabei darf man den einheitsstiftenden Effekt der gewonnen Meisterschaft nicht unterschätzen. Dass die Stimmung im Team formidabel sei, wurden die „Königlichen“ nach dem Gewinn der Meisterschaft nicht müde zu betonen. „Es war der beste Moment mit Madrid, als wir die Liga gewannen. Die schwierigste der Welt, meiner Meinung nach, zudem mit einem sehr starken Gegner wie Barcelona und wir haben sie mit neun Punkten Vorsprung besiegt. Es war fantastisch“, schwärmte Cristiano Ronaldo noch diese Woche während seines Urlaubs im thailändischen Fernsehen. Der Erfolg gegen die vor der Saison als schier übermächtig eingeschätzten Katalanen hat die Elf aus der spanischen Hauptstadt unter der Ägide Mourinhos fest zusammengeschweißt.

Auch deswegen wird der Erfolgscoach wohl kaum Handlungsbedarf sehen. Zumal sich aus Reals zweiter Mannschaft mit Jesé, Joselu oder Morata gleich mehrere Spieler aufdrängen, die auch in der Primera Division eingesetzt werden können. Da Gonzalo Higuain erst am Mittwoch Juventus Turin eine Absage erteilte, bleibt einzig die Rechtsverteidigerposition ein kleiner Sorgenpunkt.
Hier will Mourinho noch nachlegen, weil der gesetzte Arbeloa der einzige Spezialist ist und Sergio Ramos wohl auch weiter in der Innenverteidigung benötigt wird. „The Special One“ hat aber bereits angekündigt, Investitionen nicht zum Selbstzweck zu machen und nur zuzuschlagen, sollte ein überzeugender Spieler gefunden werden. Für Madrider Verhältnisse kann man also – abgesehen vom Modric-Poker - eine ungewohnt geruhsame Vorbereitung erwarten, ohne große Bäumchen-wechsel-dich-Spiele.
| „Es war der beste Moment mit Madrid, als wir die Liga gewannen. Die schwierigste der Welt, meiner Meinung nach, zudem mit einem sehr starken Gegner wie Barcelona und wir haben sie mit neun Punkten Vorsprung besiegt. Es war fantastisch“ - CR7
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