EM-Auslosung: Das sind Deutschlands Gruppengegner

Als erste Mannschaft aus dem Topf 1 wurde die Truppe von Joachim Löw gezogen. Doch das erhoffte Losglück war den Deutschen diesmal nicht treu, denn die Gruppe hat es durchaus in sich. Immerhin dürfen sich die Fans auf viele brisante Paarungen freuen. Es warten einige Derbys auf die Fans.

Von Christoph VOGEL

Azerbaijan (PA)
Warschau. Als bei der Gruppenauslosung zur EM-Qualifikation 2012 in Polen und der Ukraine das Los mit der Aufschrift „Germany“ gezogen wurde, konnte Joachim Löw einigermaßen zufrieden sein. Deutschland wurde in die Gruppe A mit der Türkei, Österreich, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan gelost. 16 Teams erreichen schließlich die Endrunde und die Chancen stehen für die Deutschen nicht schlecht. Ein Spaziergang wird es aber sicher nicht werden, aber sportlich ist die Qualifikation machbar. Das sind die fünf Gruppengegner der DFB-Elf:

Türkei

FIFA-Weltrangliste: Platz 42

Größte Erfolge: WM-Dritter 2002, EM-Halbfinale 2008

Bilanz gegen Deutschland: 18 Spiele, 3 Siege, 3 Unentschieden, 12 Niederlagen


Servet Cetin feiert mit den Teamkollegen einen Treffer gegen Armenien

Gerne blickt Jogi Löw an die letzte Partie gegen die Türkei zurück: Im Sommer 2008, bei der EM in Österreich und der Schweiz, erzielte Philipp Lahm den späten Siegtreffer im Halbfinale. Deutschland stand im Finale von Wien. Der damalige Trainer der Türken ist inzwischen zurückgetreten, doch immer noch wartet das Land auf seinen Nachfolger. In der WM-Qualifikation scheiterte man an Spanien und Bosnien-Herzegowina und belegte nur den dritten Platz – vor den Belgiern, die nun wieder der Gruppengegner der Türken ist. Die Stars des Teams sind Arda Turan und der Dortmunder Nuri Sahin, die im Mittelfeld für modernen Fußball stehen und trotz ihres jungen Alters schon eine Menge Erfahrung aufweisen können. Den größten Erfolg hatte die Türkei bei der WM 2002, als man im Spiel um Platz Drei mit 3:2 gegen Südkorea gewinnen konnte. Innerhalb der Gruppe A gilt die Türkei neben den Deutschen als stärkstes Team.

Österreich

FIFA-Weltrangliste: Platz 61

Größter Erfolg: WM-Dritter 1954

Bilanz gegen Deutschland: 35 Spiele, 8 Siege, 6 Unentschieden, 21 Niederlagen

Andreas Ivanschitz hat derzeit keine guten Karten im Nationalteam

Für die EM 2008 musste sich unser Nachbarland bekanntlich nicht qualifizieren. Viele prophezeiten das trostlose Aus der Österreicher, die aber in der Gruppenphase überraschend überzeugen konnten. Dennoch spiegelt die Weltrangliste wieder, in welchem Rahmen das Land einzuordnen ist: Mit Platz 61 liegt Österreich sogar einen Platz hinter Bahrain und knapp vor Litauen... Cordoba wird nur noch selten hervorgeholt, denn Österreich ist inwischen immer noch eine Art Fußball-Entwicklungsland, obgleich die heimische Liga professioneller wird. Man besinnt sich auf die Jugendarbeit und bringt vermehrt gute Talente heraus, die den Sprung auch nach Deutschland schaffen. Einer der womöglich besten Spieler Österreichs, der Mainzer Andreas Ivanschitz, spielt dagegen im Nationalteam unter dem Trainer Dietmar Constantini keine Rolle.

Belgien

FIFA-Weltrangliste: Platz 66

Größter Erfolg: EM-Zweiter 1980

Bilanz gegen Deutschland: 23 Spiele, 4 Siege, 1 Unentschieden, 18 Niederlagen

Belgiens Star Marouane Fellaini im Duell mit dem Türken Ceyhun Eris

In Mönchengladbach kennt man den Trainer der Belgier nur allzu genau: Dick Advocaat hielt sich am Niederrhein nicht allzu lange, hat aber als Nationaltrainer in Belgien viel erreicht. Der personelle Umbruch gelang zum Teil, denn in der WM-Qualifikation landete man hinter Spanien, Bosnien und der Türkei nur auf vier. Marouane Fellaini ist der große Star der jungen Truppe, in der mit Daniel van Buyten, Wesley Sonck, Vincent Kompany und Logan Bailly aktuelle und weniger aktuelle Spieler der Bundesliga aktiv sind. Die Mannschaft Belgiens hat enormes Potenzial und könnte für die Favoriten zum Stolperstein werden.

Kasachstan

FIFA-Weltrangliste: Platz 123

Bilanz gegen Deutschland: Noch kein Spiel stattgefunden


Das Zentralstadion Kasachstans in der Haupstadt Astana

Einzig zwei Siege gegen Andorra gab es in der WM-Qualifikation zu holen, ansonsten ging Kasachstan in einer mit England, Ukraine und Kroatien stark besetzte Gruppe regelrecht unter. In den Spielen gegen die Osteuropäer kommt es dennoch zu einem Heimspiel: Kasachstan wird vom Deutschen Bernd Storck trainiert, der vor allem auf junge Spieler setzt. Einer davon ist Sergey Khizhichenko, der als 18-jähriger in der WM-Quali immerhin drei Tore erzielte. Für Kasachstan geht es trotzdem nur um den Vorletzten Platz.

Aserbaidschan

FIFA-Weltrangliste: Platz 114

Bilanz gegen Deutschland: 2 Spiele, 2 Niederlagen


Das Nationalteam Kasachstans beim Mannschaftsfoto

Berti Vogts freute sich wie ein Schneekönig, dass es erneut in der Qualifkationsgruppe gegen die Deutsche Mannschaft geht. Zwar gab es auf dem Weg zur WM 2010 zwei klare Niederlagen, doch unter Vogts ist Aserbaidschan nicht mehr das Kanonenfutter früherer Zeiten. Der „Terrier“ hat in dem Land einiges bewegt und hat in der Nationalmannschaft seine Handschrift hinterlassen. Am 10. Oktober konnte Aserbaidschan sogar einen 0:2-Auswärtssieg in Liechtenstein verbuchen – ein großer Erfolg für das Land mit seinen 7,83 Millionen Einwohnern und gerade einmal 83 registrierten Vereinen.

Eure Meinung: Seid ihr mit der Gruppenauslosung zufrieden? Wer ist der stärkste deutsche Gruppengegner?



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